Der Klimawandel betrifft die Zukunft von uns allen, ganz egal, wo und wer wir sind. Laut einem jüngsten Bericht, den die Universität Oxford in Zusammenarbeit mit Pictet herausgegeben hat, ist er zweifelsohne die grösste Herausforderung unserer Zeit.

Pictets Verpflichtungen

Wir sehen im Klimawandel sowohl eine dringende Aufgabe als auch eine echte Chance, eine bessere Zukunft aufzubauen. Aber wir sind uns auch darüber im Klaren, dass diese Aufgabe enorm ist. 

Der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft mit Netto-Null-Kohlenstoffemissionen wird nicht einfach werden. Er erfordert tief greifende Veränderungen und Anpassungen auf staatlicher, wirtschaftlicher und persönlicher Ebene. Staaten wie Unternehmen werden enger zusammenarbeiten müssen, und Kapital in Milliardenhöhe muss in grüne Technologien umgelenkt werden.

Pictet wird den Kampf gegen den Klimawandel mit klaren Geschäfts- und Anlagezielen und transparentem Reporting angehen. Wir werden dafür sorgen, dass unsere Anlageentscheidungen und -lösungen eine positive Wirkung haben, die Entkarbonisierung vorantreiben und solche Firmen ausschliessen, die nicht bereit sind, am Übergang mitzuwirken.

Diese Verpflichtungen sind Teil unserer Vision 2025 für Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstes Anlegen, die drei Ziele verfolgt:

  • Wir wollen die Umweltbelastung durch unsere Aktivitäten und Anlagen deutlich reduzieren.
  • Wir wollen Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) und die aktive Ausübung von Aktionärsrechten in alle Anlageprozesse integrieren.
  • Wir wollen ein führender Anbieter von verantwortungsvollen Anlageprodukten und -lösungen sein.

Verringerung des CO2-Fussabdrucks unserer eigenen Betriebs- und Anlagetätigkeit

Unternehmen müssen unserer Überzeugung nach von sich aus unabhängig von gesetzlichen oder regulatorischen Bestimmungen gegen den Klimawandel vorgehen.

In unserer eigenen Geschäftstätigkeit treffen wir jede erdenkliche Massnahme zur Verbesserung unserer CO2-Bilanz. So setzen wir modernste Gebäudetechnologie ein, überprüfen jeden Aspekt unserer Betriebsabläufe und reduzieren die Treibhausgasemissionen unserer Infrastruktur und der Mobilität unserer Mitarbeitenden. Seit 2007 konnten wir so unseren CO2-Ausstoss pro Mitarbeiter um 60% verringern – und unser ursprüngliches Ziel von 40%, das wir uns für 2020 gesteckt hatten, übertreffen. Seit 2014 gleichen wir Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, aus und arbeiten derzeit an absoluten Minderungszielen bis 2025. Nähere Informationen zu unserer ökologischen Verantwortung finden Sie hier.

Diese Fotografie gehört zur Ölpest-Fotoserie „Spill“ des für den Prix Pictet nominierten Fotografen Daniel Beltrá. Er dokumentierte die Umweltauswirkungen der weltweit grössten Ölpest im Golf von Mexiko von 2010.

Darüber hinaus haben wir im Februar 2020 unsere Entscheidung bekanntgegeben, den Bilanzanteil der Pictet-Gruppe von Produzenten fossiler Brennstoffe (Öl und Gas sowie Kohle)1 auf null zu senken. Als Vorreiter auf diesem Gebiet waren wir auch mit Herausforderungen konfrontiert. Denn es gab keine Modelle am Markt, an denen wir uns bei der Umsetzung hätten orientieren können.

Seit Ende 2020 ist unsere Bilanz kohlenstofffrei. Erreicht wurde dies durch den Verkauf von Treasury-Positionen im Wert von mehr als CHF 250 Millionen. Darüber hinaus wird unsere Bilanz auch nicht mehr für die Anfangsfinanzierung von Anlagestrategien mit Produzenten fossiler Brennstoffe  verwendet; solchen Unternehmen haben wir zudem nie Firmenkredite angeboten. Um die nachhaltige Einhaltung dieser Verpflichtung zu gewährleisten, nutzen wir Daten eines anerkannten externen Anbieters für die halbjährliche Aktualisierung der Liste der ausgeschlossenen Unternehmen. Ausserdem führen wir regelmässige Stichproben durch, um die Datenrichtigkeit sicherzustellen.

Innovative Anlagelösungen anbieten

Unabhängig von der Verringerung der Umweltauswirkungen unserer eigenen Betriebs- und Anlagetätigkeit ist unser wirksamster Hebel die Art und Weise, wie wir die Vermögen unserer Kunden verwalten und uns in dieser Hinsicht engagieren.

Um die Auswirkungen unserer gruppenweiten Firmentätigkeit besser zu verstehen und positiv zu verändern, haben wir eine Task Force für klimabezogene Finanzberichterstattung eingerichtet. Sie soll uns dabei helfen, unsere Governance, Strategie und Risikosteuerung zu stärken, mit dem Klima verbundene Risiken zu messen und grüne Anlagegelegenheiten zu bewerten. Auch nahmen wir 2020 an der Pilotphase der PACTA-Bewertung (Paris Agreement Capital Transition Assessment) des Eidgenössischen Bundesamts für Umwelt teil und sind dabei, uns wann immer möglich kurzfristige, wissenschaftlich abgestützte Ziele zu stecken.

Pictet hat 2007 die UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren und jüngst die Prinzipien für verantwortungsvolles Banking unterzeichnet, mit denen wir uns verpflichten, „unsere Geschäftsstrategie mit den Bedürfnissen der Menschen und den Zielen der Gesellschaft in Einklang zu bringen und zu diesen beizutragen, wie in den Zielen für nachhaltige Entwicklung, dem Pariser Klimaabkommen und anderen einschlägigen nationalen wie regionalen Rahmenabkommen festgehalten.“

In der Schweiz haben wir zudem die CEO4Climate-Initiative unterstützt, welche den Schweizer Bundesrat dazu auffordert, wirksame rechtliche Massnahmen zur Förderung und Erreichung der Pariser Klimaziele zu treffen.

Wir stehen unverbrüchlich zu diesen Verpflichtungen. Unternehmen, in die wir investieren, unterziehen wir einer genauen Überwachung. Daher sind wir zuversichtlich, dass das Ziel der Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 erreicht werden kann. Als aktive Manager analysieren wir, wie Unternehmen und Staaten den Übergang bewerkstelligen, überprüfen die Glaubwürdigkeit ihrer Versprechen und ziehen mit ihnen an einem gemeinsamen Strang, um voranzukommen.

Folgende vier Aspekte zeigen, wie wir diese Verpflichtungen beim Austausch mit unseren Kunden und der Verwaltung ihrer Vermögen konkret umsetzen.

 

1. Positiven Wandel bewirken

Wir waren schon immer davon überzeugt, dass der Übergang zu einer grünen Wirtschaft bedeutende Anlagechancen birgt. Schon lange vor der Pariser Klimakonferenz gehörte Pictet zu den Pionieren bei nachhaltigen Investments: Mit einer Reihe eigener Strategien stellen wir jenen Firmen Kapital bereit, die Lösungen für Umweltprobleme zu bieten haben. 2020 wurden mit diesen Strategien CHF 6,3 Milliarden gesammelt, und bis Ende desselben Jahres erreichte der Kapitalpool insgesamt CHF 22 Milliarden. Vor Kurzem nannte die Financial Times drei von Pictet verwaltete Anlagefonds als grösste bzw. zweitgrösste der Kategorien „Nachhaltigkeit“ und „Klima“.

Konkret erlauben diese Strategien unseren Kunden, in Technologien, Innovation und Infrastruktur – wie Wind- und Solar- und Energieeffizienzlösungen – zu investieren, die den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft beschleunigen und das Potenzial haben, die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten. In der Wasserbranche, wo wir zu den Spitzeninvestoren zählen, leisten die Technologien und Ressourcenmanagementfirmen, in die wir investieren, einen absolut entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Widerstandskraft und Anpassung unserer Gesellschaft an den Klimawandel.

Im Rahmen unserer Vision 2025 arbeiten wir weiter an innovativen Anlagestrategien, mit denen solche Firmen Kapital erhalten, die Umwelt und Gesellschaft positiv beeinflussen. Wir sind überzeugt, dass wir so für die Menschen, unseren Planeten und die Portfolios unserer Kunden das Richtige tun.

2. Den Übergang fördern

Als aktive Investmentmanager beim Aufbau einer grünen Wirtschaft lenken wir nicht nur Kapital in Umwelttechnologien, sondern wir wirken auch auf einen positiven Wandel im Verhalten von Unternehmen hin – und zwar überall dort, wo eine Minderung der Kohlenstoffemissionen möglich und zu beschleunigen ist.

Daher sorgen wir in allen unseren Anlagetätigkeiten für private und institutionelle Kunden für die aktive Ausübung von Aktionärsrechten und für Engagement, um die ESG-Performance unserer Portfoliounternehmen zu verbessern. 
Wir richten unser Engagement weiter darauf aus, eine maximale Wirkung zu erzielen. Enttäuschen die Unternehmen, an denen wir beteiligt sind, unsere Erwartungen an ihr ESG-Management, setzen wir uns bei ihnen direkt oder in Zusammenarbeit mit anderen Anlegern ein. Bei Bedarf leiten wir unsere Bedenken an Vertreter des Verwaltungsrats weiter, stimmen gegen die Geschäftsleitung oder unterstützen entsprechende Aktionärsbeschlüsse. Je nach Schwere der Bedenken und Bereitschaft der Emittenten, allgemein anerkannte Best-Practice-Standards zu übernehmen, ziehen wir auch einen Verkauf der Beteiligung in Erwägung. 

Bei manchen Unternehmen, wie Stromerzeugern, ist der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entscheidend, da die Stromerzeugung rund 25% der globalen Treibhausgasemissionen ausmacht. Im Rahmen unserer aktiven Verwaltung müssen Energieunternehmen folgende Mindeststandards einhalten, damit sie für eine Anlage in Frage kommen:

  • Sie dürfen keine neuen Investitionen in Kohlekraftwerke tätigen.
  • Sie müssen einen glaubwürdigen Entkarbonisierungsplan vorweisen.
  • Dieser Plan muss mit den Bestimmungen des Pariser Klimaabkommens vereinbar sein.

Bei fast allen Unternehmen der Industrieländer, in die wir investieren, ist das bereits der Fall. Nichtsdestotrotz überwachen und überprüfen wir ihre Entwicklung ständig. Bei Unternehmen in Schwellenländern, die einen beschwerlicheren Weg zur Entkarbonisierung vor sich haben, arbeiten wir eng mit deren Geschäftsleitungen zusammen, um einen verlässlichen Zeitplan für den Übergang festzulegen.

Die Herausforderung ist enorm, und wir glauben, dass die Anleger mehr bewirken können, wenn alle zusammen konsequent die gemeinsamen Ziele verfolgen. Deshalb unterstützen wir seit 2013 die Gruppe institutioneller Anleger zum Klimawandel (Institutional Investor Group on Climate Change) und sind Mitglied der Climate Action 100+, einer Anlegerinitiative, welche die Unternehmen mit dem grössten Treibhausgasausstoss weltweit dazu anregen will, das Nötige gegen den Klimawandel zu unternehmen.

3. Klimarisiken angehen

Der Kampf gegen den Klimawandel ist nicht nur für den Planeten gut, sondern auch aus Sicht der Anleger. Schon seit Jahren integrieren wir ESG-Faktoren, bei denen Klimaaspekte eine zentrale Rolle spielen, in unser Anlageverfahren und Risikomanagement. Heute werden 75% der Anlagen, die wir aktiv für unsere privaten wie institutionellen Kunden verwalten, in Portfolios gehalten, die ESG-Faktoren berücksichtigen. 2025 wird dieser Anteil 100% betragen. 

Wir arbeiten ständig daran, das Spektrum an Anlageklassen und von uns überwachten Indikatoren zu erweitern, um die Risiken infolge des Klimawandels für unsere Portfolios besser zu verstehen. So können wir unsere Risikokontrolle und -überwachung weiter verbessern und unseren Kundinnen und Kunden mehr Transparenz darüber bieten, wie ESG-Faktoren ihre Investments beeinflussen.

4. Anlagen ausschliessen

Klimawandel und andere ESG-Risiken werden auch angegangen, indem wir bestimmte Wirtschaftstätigkeiten aus unseren Portfolios ausschliessen. Grundsätzlich glauben wir zwar nicht, dass Ausschlüsse immer die beste Lösung sind. In vielen Fällen können wir durch Engagement bessere Resultate erreichen. Doch kann es nützlich sein, Aktivitäten, die Umwelt und Gesellschaft schaden können, auszuschliessen, wenn ein Wandel für die betroffenen Unternehmen nicht möglich scheint oder diese Tätigkeiten unvereinbar mit unseren Grundwerten sind.

Im Bereich Klimawandel schliessen wir Unternehmen, die einen erheblichen Anteil ihrer Erträge mit Kohleabbau erwirtschaften, kategorisch aus den aktiv verwalteten Anlagen aus. Dieser Sektor bietet nur ein begrenztes Entkarbonisierungspotenzial und solche Anlagen dürften sich als nicht zukunftsfähig herausstellen („stranded assets“).

Der Weg in die Zukunft

Es gibt kein Wundermittel gegen den Klimawandel. Dieser Kampf erfordert Vorstellungskraft, Mut und Ausdauer – Eigenschaften, die wir bereits in der Covid-19-Krise erproben.

Die Klimarisiken zu mindern und unsere Kunden von den enormen Chancen des Übergangs zu einer grünen Wirtschaft zu überzeugen, ist nicht nur unsere oberste Priorität, sondern auch unsere treuhänderische Pflicht.

Die Pictet-Gruppe kann auf eine über zweihundertjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Ein langfristiger verantwortungsvoller Ansatz für das eigene Geschäft und die Verwaltung der Vermögen unserer Kundinnen und Kunden ist dabei zentral. Damit berücksichtigen wir nicht nur die Interessen der heutigen, sondern auch jene künftiger Generationen. Dies ist der Kern verantwortungsbewussten Denkens und der wirksamste Beitrag, den wir zu einer nachhaltigen Zukunft auf unserem Planeten leisten können.

1 Definiert als Unternehmen, die mehr als 25 Prozent ihrer Einnahmen aus den jeweiligen kohlenstoffintensiven Tätigkeiten erwirtschaften.