Pictet ist ein partnerschaftlich geführtes Unternehmen mit sieben geschäftsführenden Teilhabern, die für alle Tätigkeiten der Gruppe verantwortlich zeichnen. Unsere Grundsätze der Besitzstruktur und Eigentumsübertragung sind seit der Gründung von Pictet 1805 unverändert.

Teilhaberschaft, unsere Grundlage für langfristiges Denken

In den vergangenen 213 Jahren gab es bei Pictet insgesamt lediglich 42 Teilhaber, wodurch sich eine durchschnittliche Amtsdauer von über 21 Jahren ergibt. Da sich die Amtszeiten der Teilhaber überschneiden, werden Wissen, Erfahrung und Werte jeder Generation nahtlos übernommen und weitergegeben.

Die Familie Pictet ist nun in der achten Generation in der Bank tätig und stellt mit seiner Rechtsstruktur sicher, dass Finanzkraft und Solidität der Gruppe erhalten bleiben.

Von links nach rechts, Boris Collardi, Laurent Ramsey, Rémy Best, Bertrand Demole, Renaud de Planta, Nicolas Pictet (Senior Teilhaber), Marc Pictet.

Unser Teilhabermodell

Die Salon-Sitzung der Teilhaber am Morgen ist wie das Warmspielen des Orchesters vor dem Konzert. Sie erlaubt den Teilhabern, sich abzusprechen und auf den angehenden Tag vorzubereiten.

Das lässt Harmonie und Übereinstimmung vermuten. Aber mit sieben unabhängigen Köpfen am Tisch und dem Senior-Teilhaber als Primus inter pares ist es nicht immer so leicht, Beschlüsse zu fassen. Daher treffen sich die Teilhaber nicht nur einmal pro Woche oder Monat – wie das ein Verwaltungsrat mit CEO macht – sondern jede Woche drei Mal. Denn jeder neue Vorschlag muss genau erwogen, bedacht, geprüft und überschlafen werden, damit ein allgemeiner Konsens erreicht werden kann. Und selbst danach kann eine Strategie je nach Entwicklung noch verfeinert werden.

Das klingt wie eine Anleitung zu Unentschlossenheit, ist es aber nicht. Im Geschäft kommt es allzu oft vor, dass Beschlüsse in aller Eile gefasst und nach genauerem Überlegen bedauert werden. Eine Strategie, die auf Herz und Nieren geprüft wurde, kann viel eher als „antifragil“ – im Sinne des ehemaligen Hedgefonds-Managers und Philosophen Nicholas Nassim Taleb – gelten als hektische Entscheidungen eines CEO, der von den Stimmen entfernter oder gar gleichgültiger Aktionäre abhängt.

Es stimmt auch nicht, dass ein solches Geschäftsmodell den Druck verringert, der auf den Teilhabern lastet. Dieser besteht bei einer durchschnittlichen Teilhaberamtszeit von über einundzwanzig Jahren eher auf lange, denn auf kurze Sicht. Dadurch wird langfristiges Denken begünstigt, das Pictet als Ganzes ausmacht und auch in unseren Kundenbeziehungen und in unserer Geschäftsstrategie von grösster Bedeutung ist. Es fördert unseren Sinn für Verantwortung gegenüber den Kunden, Kollegen und der Gemeinschaft, es ist Garant für unser unabhängiges Denken und Handeln und es nährt unseren Unternehmergeist.

Salon-Sitzung von 1970 mit Guy Demole, Denis de Marignac, Claude de Saussure, Michel Pictet, Jean-Pierre Demole, Edouard Pictet, Jean-Jacques Gautier, Pierre Pictet (von links nach rechts).

Fallstudie über das Teilhabermodell von Pictet

Das Wittener Institut für Familienunternehmen, das erste Forschungsinstitut in Deutschland, das sich auf Familienunternehmen spezialisiert hat, veröffentlichte bereits 2005 eine Fallstudie über Pictet, die 2017 aktualisiert wurde.

„Pictet scheint mit seinem Teilhabermodell einen Weg gefunden zu haben, die Vorteile familienartiger Strukturen maximal zu nutzen und gleichzeitig die damit verbunden Risiken zu minimieren.“

Torsten Groth, Fritz B. Simon Wittener Institut