„Es kam zu einem breiten Zusammenbruch der herkömmlichen Korrelationen… was das Anlegen an den Märkte erschwert hat“

Die Aussichten für riskante Anlagen sind ungewisser denn je, wie der jüngste Volatilitätsschub gezeigt hat. Zu den Markterschütterungen seit Anfang Oktober haben Handelskriege, Zweifel an Wirtschafts- und Unternehmensausblicken, starke Ölpreisschwankungen und die Rücknahme der expansiven Geldpolitiken, sowie wachsende politische und geopolitische Spannungen beigetragen.

Wie soll man reagieren? Laut César Pérez Ruiz, PWMs Leiter für Investments und CIO, lässt eine genauere Betrachtung „einen breiten Zusammenbruch der herkömmlichen Korrelationen deutlich werden … Die Märkte waren daher durch Anomalien geprägt, die das Anlegen erschwerten“, wie er in der Ausgabe von Perspektiven vom Dezember 2018 darlegt.

Schon zu Jahresbeginn hatte Pérez Ruiz eine Rückkehr von Volatilität an den Märkten vorhergesehen und als Antwort darauf auch die Notwendigkeit defensiver Positionen mit Fokus auf Aktien mit geringer Verschuldung und Qualitätsanleihen als wichtige Themen für 2018. PWM hatte sich entsprechend positioniert und „die Märkte verengten sich zu unseren Gunsten“, fährt er fort.

Laut Pérez Ruiz wird die Geopolitik weiterhin eine wichtige Rolle spielen und die Identifizierung von Unternehmen mit Preissetzungsmacht immer wichtiger werden, da wir uns dem Ende des Markt- und Konjunkturzyklus nähern. Aber Pictets CIO ist aber auch überzeugt, dass er die erwähnten Marktanomalien zu seinen Gunsten nutzen kann. “Angesichts reduzierter Bewertungsniveaus und übertriebener Marktsorgen … haben wir begonnen, dieses Jahr erstmals wieder in ausgesuchte Schwellenländer zu investieren”, schreibt er, während Hedgefonds und alternative Anlagen immer attraktiver werden könnten, „insbesondere wenn die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen positiv bleiben.“

Die Attraktivität von alternativen Privatanlagen wird von Christophe Donay, PWMs Chefstrategen und Leiter von Asset-Allokation und Makro-Research, aufgenommen. Donay stützt sich auf Analysen seines Teams, die zeigen, dass die Illiquiditätsprämie (die Extrarendite, welche die Anleger für die Platzierung ihres Geldes in wenig gehandelten Instrumenten verlangen) und Private Assets den Portfolioerträgen einen bedeutungsvollen Schub geben können, während die Erträge traditionellerer Anlagen schwinden. Umsonst gibt es die Vorteile von Privatanlagen aber nicht, denn sie sind meist schwer zu bewerten und schwer zu veräussern. Aber Donay verweist auf das Entstehen liquider Alternativen mit täglicher oder wöchentlicher Liquidität, „die den diesbezüglichen Sorgen der Anleger Rechnung tragen sollen.“

Die Vorteile von Privatanlagen, insbesondere Private Equity, unterstreicht in einem Interview auch Pictet Alternative Advisors CEO Nicolas Campiche. „Bei einer Vermögensallokation würde ich derzeit die Gewichtung der Private-Equity-Anlagen so weit maximieren, wie es das Risikoprofil des Kunden erlaubt, zumal der Marktzyklus den Zenit überschritten hat“ und die Erträge traditioneller liquider Anlagen rückläufig sind. Campiche verweist insbesondere auf Venture Capital im Technologiesektor. Da Unternehmen heute erst viel später an die Börse gehen als in den 1990er Jahren, „gibt es erheblich mehr Wert für Privatanleger zu nutzen als früher“, sagt Campiche.

Der Brexit ist in aller Munde und James Ind, PWMs Leiter von Multi-Asset Flexible und Single-Asset Strategies, legt in dieser Ausgabe von Perspektiven die Aussichten für Pfund Sterling, sowie britische Aktien, Anleihen und Immobilien unter verschiedenen Brexit-Szenarien dar. Neben einer Unzahl von Sorgen für Anleger ist vielleicht die rasch sich wandelnde politische Szene des Landes und vor allem der Wiederaufstieg des militanteren linken Labour-Flügels eine der wichtigsten. „Die Vorspeise in Form des Brexits könnte schon mehr oder weniger verdaut sein, während der politische Hauptgang erst noch aufgetischt wird“, schreibt Ind.

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